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Geschichte des K & K Hoftheaters Bad Ischl


In der zweiten Hälfte des vorvorigen Jahrhunderts war das Ischler Theater ein bemerkenswertes Juwel in der österreichischen Theaterlandschaft.

Wohl an keinem vergleichbaren Theater gab in dieser Periode so viele glanzvolle Galavorstellungen, bedingt durch die sommerliche Anwesenheit des Kaisers. In keinem der vergleichbaren Theater versammelte sich ein so erlesenes internationales Publikum: Gekrönte Häupter und die gesellschaftliche Elite Europas. Und auf keiner Bühne dieser Größe war die Perlenschnur großer und größter Künstler, die an ihr wirkten, so lang und so eindrucksvoll.

Den Vorstellungen des Kurarztes Dr. Wirer von einer
Ganzheitstherapie, derzufolge die medizinische Heilung durch
den Kurbetrieb wesentlich von geistiger Beschwingtheit und
angeregter Entspannung abhängig wäre, führte Mitte der
zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts zur Gründung einer
Aktiengesellschaft, die am Kreuzplatz das Theater erreichten
ließ:

Am 28.  April 1827 fand mit einer "festlichen
Dilletantenaufführung von Kotzebues, der blinde Gärtner" die
feierliche Eröffnung statt. Am 1.November übernahm die
Gemeinde Bad Ischl das Theater, das in der Folge liebevoll als
"kleine Burg" bezeichnet werden sollte!

Das Theater bot ein ausgewogenes, geradezu großstädtisches Repertoire: Der Bogen spannte sich in Schauspiel, Oper und Operette von  Werken Ferdinand Raimunds und Bauernfeld zu Grillparzers "Sappho" und Anzengrubers "Pfarrer von Kirchfeld", der Premiere von Schnitzlers "Anatol", von Rossini und Nicolais "Lustigen Weibern" zu Konradin Kreutzers "Nachtlager" und zu Verdis "Traviata", bei der Operette von Johann Strauß, der hier auch selbst dirigierte, und Offenbach über Lehár und Kalman zu Oscar Straus und Robert Stolz.

Auch die Liste der Künstler, die hier aufgetreten sind, ist lang: Alexander Girardi, Helene Odillon, die Gallmeyer und Adelina Patti, Charlotte Wolter, Katharina Schratt und Hansi Niese, Maria Jeritza und Leo Slezak, Richard Tauber und Alfred Piccaver, Alexander Moissi, Betty Fischer, Louise Kartousch und Hubert Marischka - und nicht zuletzt Johann Nestroy!

In der Zwischenkriegszeit fanden regelmäßig Gastspiele des Linzer Landestheaters statt. Paula Wessely und Hans Jaray gastierten in "Alt Heidelberg", Raoul Aslan mit "Kirschen für Rom". Als Regisseure scheinen sogar Josef Jarno und Max Reinhardt auf. Während des Zweiten Weltkrieges gab es regelmäßig Aufführungen: Festaufführungen von "Land des Lächelns" und der "Lustigen Witwe" zu Lehárs 70. Geburtstag 1940.

Es gab weiterhin Gastspiele des Linzer Landestheaters, Operettenaufführungen, Hans Moser trat auf. In Gastspielen des Opernhauses Budweis sah man "Traviata", "Lustige Weiber", "Bajazzo", "Butterfly", "Boheme" u. a. Peter Baxevanos, Georg Öggl und Georg Monthy traten auf. Und das Burgtheater kam mit "Weibsteufel".

Nach dem Zweiten Weltkrieg sorgte die "Bad Ischler
Künstlergemeinschaft" für einen letzten Höhepunkt: Theo
Lingen, Siegfried Breuer, Paul Kemp, Susi Nicoletti und Lotte
Lang traten auf. Hilde Wagener und O. W. Fischer gastierten und
es gab einen Liederabend mit Maria Cebotari! 1947 fand mit
Edmund Eyslers "Goldene Meisterin" die vorläufig letzte
Aufführung statt.


(Aus einem Referat von Prof. Dr. Heinrich Kraus)

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